Kerkingen, wurde erstmals 1272 als Corkingen erwähnt, durch das Wasserschloss auf den Hofstätten, umgeben von einem als Viereck angelegten Wassergraben, wurde Ortsadel von 1272-1378 bezeugt, vorbeiführte von Bopfingen kommend eine Römerstraße.

Auf diesem Schloss, genannt “Burg”, lebte zuerst ein Ulricus de Kärkingen von 1272-1283, dann ein Konrad von Kärkingen und 1378 ein Heinz von Kärkingen.

Zur gleichen Zeit lebte in Kärkingen ein Zweig der Ainkürne, ritterliche Patrizier von Nördlingen.

1364 wird ein Heinrich Ainkürn genannt, sowie ein Konrad Ainkürn. 1374 erscheint ein Ulrich von Pflugsdorf. Mitbegütert waren die Jaggen von Sechtenhausen.

Doch der Gatte der Jaggin Adelheid verkaufte 1336 ein Lehen zu Kärkingen um 320 Heller an Öttingen. Ritterliche Familien der “Gußregen” werden um 1359-1448 als Hofbesitzer genannt, sie verkauften wieder an das Spital in Nördlingen.

1498 ist die Rede von einem Hans von Hausen und seinem Sohn Wolfgang.

Diese verkauften 1529 und 1556 wieder an Öttingen, so gehörte der Großteil von Kärkingen nach Öttingen, Nördlingen und Bopfingen.

Nun zum Teilort Itzlingen:

Im 13. Jahrhundert erwähnt als Uzelingen, der Name stammt von einem Alamannen “Utzilo”, dieser Familienname hatte vom 13. - 15. Jahrhundert Adel.

In Ortsnähe war ein römisches Kastell und eine Ziegelhütte. Bereits 1262 hielt Graf Ludwig von Öttingen in Itzlingen einen Gerichtstag ab.

Die Einführung der Reformation wurde durch den Deutschorden verhindert, der damals viele Güter besaß.

Zu der Zeit lebten in Itzlingen viele Protestanten, viel Besitz von Itzlingen gehörten:

Domincus Fridericus de Uz, Raban Holzmann von Bopfingen, Konrad der 2. von Utzlingen, Marqard der Kämmerer von Bopfingen, Fritz der Jagstheimer, Otto von Tannhausen, Ulrich und Endres Fuchshard von Bopfingen und Kuno von Killingen.

Ulrich und Endres verkauften im Jahre 1384 Wiesen um 75 Heller an die Johanneskapelle zu Harthausen, und im Jahre 1412 um 105 Florin = Gulden an die Kirche zu Jagstheim, die Obrigkeit beanspruchte Öttingen und der Deutschorden.

Die Dorfherrschaft übte Nördlingen aus, sodass 1367 viel Besitz dem Spital Nördlingen gehörten, 1478 soll es das halbe Dorf gewesen sein, auch Klosterzimmern hatte Besitz, den das Kloster Kirchheim zurückkaufte. Ferner besaßen die Herren von Flochberg Güter in Itzlingen, diese wurden an Heilsbronn verkauft, ein hin und her.

Die Bürger von Kerkingen, Itzlingen und Meisterstall mussten schwer arbeiten und zahlten an die genannten Besitzern wie den großen Zehenten, den Heuzehenten, den kleine Zehenten, den Blutzehenten und den Novalzehenten.

Durch Unzufriedenheit gab es 1525 einen Aufstand der Bauern gegen den Grafen von Wallerstein, dieser nahm in Kerkingen seinen Anfang.

800 Bauern aus Kerkingen, Itzlingen, Geislingen, Zipplingen, Unterschneidheim, Zöbingen und Walxheim, angeführt von Hans Bek aus Zöbingen forderten Verminderung der Abgaben, freies Jagen und Fischen, freies Holz und freieres Leben.

Bauernpriester und Vermittler Melchior Schafbinder rettete, was dann im dreißigjährigen Krieg größten Teils zerstört wurde.

1810 fielen dann die ganzen Güter von Bayern wieder zurück an die Krone von Württemberg, so kam endlich etwas Ordnung in die Dörfer.

Jeder Einwohner bekam 1/4 Morgen Acker und Wiese und durfte 4- 5 Stück Vieh austreiben, so war die Gemeindegerechtigkeit, jedes Haus hatte einen Zieh- oder Pumpbrunnen.

Die Einwohner waren fleißig, kräftig und wurden vermögend, die Haupterwerbsquellen waren Feldbau, Viehzucht, Handel mit Gänsen, es gab viele Leinenweber, die Im Sommer als Maurer tätig waren.

Ferner gab es eine Schildwirtschaft und einen Kramladen.

1813-1834 gehörte Dirgenheim zu Kerkingen, so waren es insgesamt 917 Einwohner, Itzlingen gehörte bis 1812 kirchlich zu Zipplingen, dann zu Kerkingen. Die Kirche St. Gallus wurde 1822 vom Staat erbaut,

1823 wurde die Orgel von der Gemeinde angeschafft.

1829 wurde das Rathaus in Kerkingen gebaut, wovon die Hälfte als Armenhaus diente, 1838 wurde das Schulhaus in Itzlingen erbaut,

1841 von der Gemeinde erworben und 1856 erweitert.

1840 wurde von einem Kerkinger Bürger eine Ziegelhütte an der Vinicalstraße gegenüber der Lehmgrube errichtet.

Ab 1868 wurde eine Käserei betrieben und ab 1903 eine Molkerei betrieben, die gab es auch in Itzlingen.

Außerhalb des Ortes lag ein kleiner See und mitten im Ort war eine Wette.

Die erste Schule wurde 1845 erbaut.

Nun zum Teilort Meisterstall:

Erstmals wurde der Ort 1229 genannt, ein Weiler von drei wohlhabenden mit stattlichen Höfen.

Eine Kapelle erbaute 1856 Alois Wohlfrom für 1100 Florin = Gulden.

Kirchlich war Meisterstall ursprünglich Filiale von Bopfingen, viele Güter besaß das Kloster Kirchheim sowie Bopfinger Bürger.

Schon 1299 kaufte das Kloster Kirchheim Wiesen, auch 1340-1430 gingen Güter an Ritter Eckhard von Kerkingen und einer Ainkürn zu Kerkingen.

Die Bauern wurden Kirchheimsche Hintersassen unter Öttingscher Obrigkeit.

Schon in den frühesten Jahren wird viel von Viehzucht, Feldbau, Getreide, Kartoffeln, Saubohnen und regem Handel mit Gänsen berichtet.

Die Edelmühle gehörte früher dem Kloster Kirchheim, wie der Name schon sagt, eine Mühle mit einem 24 Morgen großen Weiher. Ausgerüstet mit 2 Mahlgängen, 1 Gerbgang. 1 Säge, angetrieben wurde alles mittels einem Wasserrad.

Die Edelmühle hatte Schankrecht

Die ersten Besitzer mit dem Namen Wohlfrom sollen aus Sachsen stammen und die Höfe in Meisterstall und Edelmühle vom Kloster Kirchheim übernommen haben.

Ganz früh soll die Edelmühle eine Pulvermühle gewesen sein, was aber nicht genau nachzuweisen ist.

Die Güter wurden durch Mitgift bei Verheiratung auseinandergerissen, wurden aber später wieder, wegen unrentablem Arbeiten hochzeitskleider durch weite Wege, an X.Förner zurück verkauft.

Nun kommt das Jahr 1896, Anton Gloning wird zum Schultheiß gewählt, auf Lebenszeit.

1898 gründete er mit Pfarrer Blessing und Lehrer Dambacher den Spar- und Darlehensverein, das Büro war im Keller der Lehrerwohnung.

1910 wurde der Militärverein gegründet am 3. Juli 1910 war Fahnenweihe, die Musikkapelle des 20. Grenadierregiments aus Ulm spielte auf, omega replica uhren der ganze Ort war geschmückt mit Maien und Girlanden, 20 Vereine waren anwesend, der Gänseespen glich einem Volksfest.

Klara Illenberger übergab die Fahne

1911 war ein sehr nasses Jahr und brachte Überschwemmungen, was zu schlechtem Futter führte.

Da brach die Egelseuche aus, jeder Bauer verlor Vieh, zum Teil die ganzen Bestände. Der Gesamtschaden belief sich auf ca. 100.000 Mark.

1912 löste der elektrische Strom allen bisherigen Ersatz, wie Göppel, Benzin, Petroleumlampen.

1913 begann der Bau des jetzigen Schulhauses unter Leitung von Oberamtsbaumeister Schmid aus Neresheim.

Steine holten die Bauern mit Pferden vom Goldberg, Maurermeister war Ulrich Leib und Xaver Schleicher, Zimmermeister war Anton Graf und Josef Illenberger.

Die Kosten betrugen 33.000.- Mark, als Bauplatz musste die alte Scheuer von Josef Abele, sowie ein Stück Garten der Witwe Schneider gekauft werden.

Im selben Jahr fielen das Kellerhaus und die Kegelbahn durch Blitzschlag einem Brand zum Opfer.

1914 - Mobilmachung, fast alle Männer wurden nach und nach eingezogen, viele kehrten nicht zurück.

1923 wurde die Getreidemühle erbaut und nach drei Jahrzehnten, durch verschmelzen mit der Genossenschaftsmühle, aufgegeben.

1934 folgte der Bau des Schwesternhauses mit Kindergarten und Haushaltsschule.

Die Jahre nach dem ersten Weltkrieg waren gekennzeichnet durch Inflation, Arbeitslosigkeit und Not.

Das dritte Reich, sowie den zweiten Weltkrieg haben viele von uns miterlebt.

Nach diesen schrecklichen Jahren haben unsere Mitbürger, die 1946 aus ihrer Heimat vertrieben wurden, durch ihre Ansiedlung der Edelmühle ein kleines Dorf angefügt, in unermüdlicher Arbeit schufen sie sich eine neue Heimat.

1972 erfolgte die Eingemeindung nach Bopfingen.

Damaliger Bürgermeister war Ellinger,

Ortsvorsteher von Kerkingen wurde Josef Strobel.

Die Grundschule Kerkingen wurde 1975 aufgelöst, die Kinder gehen seitdem in die Grundschule Oberdorf.

1986 wurde begonnen es zum heutigen Gemeindehaus umzubauen, viele freiwillige Arbeitsstunden wurden von den Kerkingen Bürgern geleistet, um 1987 einen Treffpunkt für Gemeinde- und Vereinsaktivitäten der Öffentlichkeit zu übergeben.

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